aye aye middle finger

DAS WESEN MIT DEM UNHEIMLICHEN MITTELFINGER - DAS RIESENFINGERTIER

Rot schimmernde Augen, ein schwarzer, buschiger Schwanz und ein Mittelfinger, der die Regeln der Natur herauszuforden scheint... Wo kann man diesen Vorboten der Finsternis und des Unheils finden? In Madagaskar natürlich! Das Riesenfingertier ist eine Lemurenart und der weltweit größte nachtaktive Primat, allerdings ist es relativ selten eines zu sehen, besonders seit die meisten Madagassen es aufgrund kultureller Tabus unglücklicherweise als ein Symbol des Todes und als fady ansehen. Sie sind jetzt vom Aussterben bedroht, aber es werden einige Anstrengungen dafür unternommen, diese unglaublich einzigartigen Primaten zu beschützen. Wenn Sie von eigenartigen und wundervollen Wesen fasziniert sind und genau wissen möchten, was sie so außergewöhnlich macht, lesen Sie weiter...

Das Riesenfingertier kann nur in bestimmten Gebieten Madagaskars gefunden werden - meistens in den nördlichen, zentral-westlichen und südlichen Teilen der Inselnation - wobei Masoala ein Rückzugsort ist. Sein langer, hakenförmiger Mittelfinger, der bei keiner anderen Lemurenart gefunden werden kann, besitzt eine wichtige Funktion, wenn es um die Nahrungsbeschaffung- und Suche geht. Riesenfingertiere sind fast wie Spechte, da sie an Bäume klopfen und dann den Wiederhall nutzen, um morsche Stellen oder Hohlräume zu finden, in denen sich Insekten oder Larven eingenistet haben. Ihre scharfen Zähne knirschen das Holz auf, dann schaufelt der längliche, schwenkbare Mittelfinger die Insekten heraus und das Riesenfingertier knabbert seine Nahrung.

Leider ist das Riesenfingertier nicht wirklich das Attraktivste der Lemurenfamilie oder irgendeiner anderen Tiergruppe. Mit seiner gräulichen Haut, die dürftig mit drahtigen schwarzen Haaren besetzt ist, unheimliche gelbe Augen, die rot im Dunklen leuchten und krummen, spitzen Zähnen, wird es wahrscheinlich nie einen Schönheitswettbewerb gewinnen. Sein Erscheinungsbild tut den Madagassen auch keinen Gefallen, wenn sie es sehen. Die meisten Madagassen sehen das Riesenfingertier als ein Zeichen des Unheils und haben in der Vergangenheit ganze Dörfer verlassen, wenn eines in der Nähe gesehen wurde. Ihre Verbindung mit dem Tod haben wahrscheinlich etwas mit deren haarsträubenden Blicken oder etwa ihrer Neigung, die Nüsse der Canarium Bäume zu essen, die typischerweise um die Madagassischen Gräber herum wachsen. Diese Bäume werden als fady oder heilig von den Madagassen angesehen, also werden sie nie gefällt. Folglich ist es nicht unüblich Fingertiere um Gräber versammelt zu sehen.

aye aye

Fady gehört zur madagassischen Kultur und kann als Tabu oder als heilig übersetzt werden, beinhaltet viele Bräuche und Traditionen und ist eine Grundlage für morale Richtlinien. Wenn etwas als fady angesehen wird, muss es entweder geschützt oder vermieden werden. Im Fall des Riesenfingertiers: vermieden, ausgewichen und gefürchtet. Die Angst und der Hass auf das Riesenfingertiers ist so stark, dass in manchen Gegenden der allgemeine Grundsatz lautet: "Das einzige gute Riesenfingertier ist ein totes Riesenfingertier" oder auf Madagassisch "Magotamba hita, miseo tsy tsara", was "sehen, dass das Tier nicht gut ist" heißt. Während viele Lemurenarten durch fadygeschützt werden, werden die Riesenfingertiere traurigerweise getötet und ihre Leichen auf Spitzen gesteckt und sichtbar gemacht, um böse Geister abzuwehren.

Allerdings existiert dieses fady bezüglich des Riesenfingertiers nicht. Es ist im Norden am stärksten und je weiter man nach Süden kommt, wird es weniger zum Tabu. In einigen Teilen des Landes wird das Riesenfingertier nur als gefährlich angesehen, wenn es seinen natürlichen Lebensraum, den Wald verlässt - im Wald, wo sie hingehören, werden sie als harmlos angesehen. Es ist vielversprechend, dass einige Kommunen sich dazu verpflichtet haben, die seltenen Primaten zu schützen, nachdem sie ihre einzigartigen Eigenschaften erkannt haben und sich der Attraktivität für ausländische Besucher, die noch nie etwas so fantastisches und irres gesehen haben. In manchen Fällen sind Riesenfingertiere in Gebiete umgesiedelt worden, in denen sie nicht fady gelten, als letztes Mittel, um sie zu schützen. Es gibt auch Organisationen wie SAVA Conservation Project, welche die Madagassen über das Riesenfingertier und andere gefährdete Tiere aufklären, um die negativen Einstellungen zu ihnen zu verändern.

Nachdem diese Wesen von mehr Mythen und Legenden umgeben sind als jedes andere Tier in Madagaskar, kann es eine faszinierende und bereichende Erfahrung sein, eines zu sehen. Nachdem sie nachtaktiv sind, sollten Sie als Reisende in Madagaskar es in Erwägung ziehen, einen geführten Nacht- Spaziergang zu buchen, entweder im Andasibe National Park oder Sie halten Ausschau an den Abenden, wenn Sie in abgelegenen Waldgebieten wohnen. Seien Sie nur vorsichtig, dass es nicht mit seinem unheimlichen Finger auf Sie zeigt...

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